BURMA * Reiseland ?

 

Reisen nach Burma: ja oder nein ...

Pauschal - Devisen für die Junta

Plakate mit Bildern von goldenen Pagoden laden ein zur Diashow über „Myanmar-goldenes Land“ , gesponsort von Reiseveranstaltern. In Gruppen schleust man Touristen durch einen Korridor, von einer Pagode zur nächsten, von einem Luxusresort ins andere. Die Besucher sind begeistert: ein wunderschönes Land mit den freundlichsten Menschen, alles friedlich. In den Touristenkorridoren. Die Dollars werden eins zu eins in Waffen umgesetzt, und nicht unweit der Touristenenklaven im unerschlossenen Hinterland ist das andere Burma.


 

 


Individual - Hoffnung für die Menschen

Wer sich als Individualreisender ins Land wagt und die Mühen der endlosen Militärbürokratie in Kauf nimmt, hat die Möglichkeit anderes zu sehen:

Das laute Tuckern uralter Maschinen und der abendliche Rauchnebel in dem Kerzenlicht und Neon sich abwechseln, tauchen die Städte in etwas Unwirkliches: im Zentrum sind die kleinen Läden, die kaum Ware anzubieten haben, gleichzeitig Wohnzimmer, in die sich wenige Reisende begeben. Überwältigt von der Offenheit, Freundlich und Herzlichkeit der Menschen fällt erst beim zweiten Hinsehen auf, dass hier bittere Armut herrscht und das Land 50 Jahre in seiner Entwicklung hinter seinem Nachbarn Thailand nach ist. Der Ausnahmezustand ist hier Normalität, keiner klagt, man hilft einander wo es geht. Burma entwickelt sich rückwärts , so ein Einheimischer. Ein Land, kollektiv mit dem täglichen Überlebenskampf beschäftigt.

In den Dörfern lebt man auch heute noch wie vor 100 Jahren. Es gibt keinen Strom, kein Wasser – fast alle Gebrauchsgegenstände in den einfachen Hütten sind aus Naturmaterialien hergestellt. Es gibt keine Strasse, kein Geschäft, keine Schule, und auch keinen Arzt. Als Besucher wird man eingeladen auf Tee oder Zuckerrohr und staunt über die Sanftmut und Freundlichkeit dieser so offenbar geschundenen Menschen. Bleiben darf man nicht – als Tourist darf man nur in den von der Regierung vorgeschriebenen Hotels wohnen.

Die buddhistischen Klöster haben in Burma eine soziale Funktion: oft sind sie Schulen und Waisenhäuser gleichzeitig, allerdings meist ohne Mittel.Im Gegensatz zu christlich oder muslimisch orientierten sozialen Einrichtungen werden sie von der Junta geduldet. Die Verbreitung des Buddhismus als Staatsreligion im Zuge der Burmanisierungskampagne kommt gelegen.

In den Schulen , soweit vorhanden , ist der militärische Hintergrund unübersehbar. Unison wiederholt die Klasse was der Lehrer vorgibt. Eigenständiges Denken sowie Kritikfähigkeit sind unerwünscht und gefährlich.

Burma ist eines der wenigen Länder, in denen das Reisen als alleinstehende Frau Freude bereitet. In einer matriarchal ausgerichteten Kultur erweist man hier den Frauen den ihnen gebührenden Respekt. Wer hier Interesse an den Menschen zeigt, wird unvergessliches erleben....

 

 

 

 

 

 

 

 

Das andere Burma

• Burma, als Land im eisernen Griff einer Militärdiktatur, mit einer Anzahl von 138 verschiedenen Volksgruppen, gehört zu den vergessenen humanitären Katastrophen.


• Menschenrechtsverletzungen wie Mord, Massenvergewaltigungen von Frauen und Kindern, Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten, Zwangsarbeit, Verminung und Niederbrennen von Dörfern und Feldern stehen an der Tagesordnung.


• Ausverkauf der Ressourcen des Landes, Einsatz von Drogen als Mittel zur Zerstörung des Volkes und seiner akademischen Ressourcen. Fernab der Weltöffentlichkeit finden selbst chemische Waffen ihren Einsatz.


• Entlang der Thai/Burma-Grenze befinden sich in Camps 250.000 Verfolgte. Als Flüchtlinge ohne offiziellen Flüchtlingsstatus sind sie fast völlig auf sich allein gestellt.

 

BURMA * Reiseland ?

 

Karen IDP Familie